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Sketchnote – Wie fängst du an? Welche Werkzeuge benötigst du dafür? Worauf musst du achten? All diese und viele weitere Fragen beantworte ich dir hier.

 

Bücher, Barcamps, Vizthink-Meetups – Sketchnotes sind überall. Zumindest fühlt sich das für mich so an. Die kreative Blase zu diesem Thema hat sich rasend schnell entwickelt. Was vielleicht auch mit dem gleichnamigen Buch von Mike Rhode, das 2014 veröffentlicht wurde, zu tun hat. Damit begann auch mein Tauchgang in die Welt der Sketchnotes – und ich tauche nur gelegentlich auf und mache etwas anderes. 😉

Der Sketchnote-Einstieg ist kein leichter – auch mir ist der damals gar nicht so leicht gefallen. Schließlich geht es nicht um Kunst sondern darum, eine Idee, einen Gedanken oder sonstigen Inhalt grafisch und zeichnerisch so darzustellen, dass sie auch von anderen Menschen verstanden werden kann. Das macht auch die Faszination von diesen handgezeichneten Grafiken aus: Egal woher du kommst oder welche Sprache du sprichst, jeder versteht die Sprache der Zeichen, Symbole und Grafiken.

Ja, es gibt schon zahlreiche Beiträge und Bücher zum Thema Sketchnote-Einstieg. Nichtsdestotrotz wollte ich auch noch meinen Senf dazugeben. 😉 Und wer weiß, vielleicht findest du hier noch eine Idee, einen Ansatz oder ein wenig Inspiration, um mit dem Sketchnoten anzufangen oder weiterzumachen. Viel Spaß beim Lernen und Zeichnen!

Sketchnote-Grundlagen

In diesem Abschnitt lernst du

  • wie Sketchnoting entstand,
  • welche Missverständnisse es gibt,
  • warum du mit dem Sketchnoting anfangen solltest,
  • was für Materialien und Werkzeuge du benötigst,
  • was es mit dem visuellen Alphabet auf sich hat,
  • welche Grundelemente nicht fehlen dürfen,
  • mit welchen Strukturen du deine Grafiken aufbauen kannst,
  • wie du ganz einfach unterschiedliche Schriftarten zeichnest
  • und wie du Farben gezielt einsetzen kannst.

Wer ist der Erfinder?

Das lässt sich eigentlich nicht genau sagen. Denn an unterschiedlichen Zeitpunkten der Geschichte erstellten Menschen Visualisierungen, um von Dingen zu berichten, Erzählungen zu teilen oder Ideen zu notieren. Wenn man den Begriff also großzügig auslegt waren schon die Höhlenmalereien unserer Vorfahren so etwas wie Sketchnotes. Kennst du die Skizzen und Notizen von Leodnardo Da Vinci? Auch diese Notizen könnten Sketchnotes gewesen sein.

Dank der Gestaltung von Interfaces – im IT-Bereich – stieg der Bekanntheitsgrad von Sketching erneut und etablierte sich so weiter. Gerüchten zufolge entstand Twitter erst auf dem Papier, bevor der Microblogging-Dienst technisch umgesetzt wurde. Hast du während deiner Ausbildung oder deines Studiums öfter mal auf deinem Block Mitschriften von Vorträgen erstellt, um später die besprochenen Inhalte für deine Klausuren und Hausarbeiten nutzen zu können? Diese bestehen mit Sicherheit nicht nur aus Texten, sondern auch aus Grafiken und vielleicht der einen oder anderen Kritzelei. 😉 Man kann auch hier von einer Sketchnoteform sprechen.

Wenn du heutzutage einen Sketchnoter fragst, wer denn die Sketchnote, wie wir sie heute kennen, erfunden hat, lautet die Antwort meistens: “Mike Rohde”. Den Autor und Kreativmensch nervte es, dass er mit herkömmlichen Notizen nicht alle Details einfangen konnte. Er kombinierte textuelle mit visuellen Inhalten, damit das Notierte länger im Kopf blieb.

Nach mehreren Tests stellte Rohde fest, dass er sich mithilfe dieser Methode besser auf das jeweilige Thema konzentrieren und das Gesagte oder Gelesene besser im Gedächtnis behalten konnte. Das Jahr 2006 ist also das Jahr, in dem der Begriff “Sketchnotes” von Mike Rohde “offiziell” erfunden wurde.

 

Sketchnotes sind visuelle und textuelle Notizen. Zur Erstellung können Texte, Bilder und Strukturen genutzt werden. Der Begriff setzt sich aus zwei englischen Wörtern zusammen: Sketch, was so viel wie “Skizze” bedeutet, und Note, das ins Deutsche als “Notiz” übersetzt werden kann. “Sketchnoting” bezeichnet den dazugehörigen Erstellungsprozess.

 

Graphic Recording

Darunter versteht man visuelle Dokumentation, die in Echtzeit stattfindet. Graphic Recording kannst du öfter auf Events sehen: Riesige weiße Leinwände werden meistens den ganzen Veranstaltungstag über mit visuellen Elementen und Inhalten befüllt. Graphic Recorder erstellen also ein visuelles Protokoll eines Formats. Wie bei Sketchnotes werden auch bei diesem kreativen Prozess komplexe Themen einfach und klar visuell festgehalten.

 

Visual / Graphic Facilitation

Dieser Ansatz vereint visuelle Dokumentation und Moderation. Damit ist Visual Facilitation die visuelle Begleitung eines Prozesses. Deren Aufgabe ist es, in Gruppenprozesse einzugreifen und diese zu moderieren. Darüber hinaus wird der Prozess vom Moderator visuell begleitet und gestaltet.

 

Missverständnisse, die du über Board werfen kannst

Das mit der Zeit Fehldeutungen entstehen, ist in vielen Bereichen zu beobachten. Von den folgenden Missverständnissen kannst du dich in Sachen Sketchnotes verabschieden. Alles was sie tun ist, dich von deinem Sketchnote-Einstieg abzuhalten.

  • Gibt es die eine richtige Methode? Nein, gibt es nicht. Es gibt weder eine falsche noch eine richtige Methode, um diese Notizen zu erstellen. Zwar gibt es eine Vielzahl von Techniken und Herangehensweisen, diese wurden aber für völlig unterschiedliche Level und Fähigkeiten konzipiert. Wir malen alle unterschiedlich, weil wir alle verschiedene Fähigkeitsstufen haben. Aus diesem Grund ist auch jede Sketchnote einzigartig.
  • Sketchnoting hat etwas mit Kunst zu tun? Auch diese Fragen kann ich mit “Nein” beantworten. Hier geht es nicht darum, künstlerische Fähigkeiten auszubilden oder zu entwickeln. Vielmehr geht es darum, seine eigenen Notizen so visuell zu gestalten, dass man mehr der aufgenommenen Inhalte im Gedächtnisbehalten kann. Dabei muss man nicht auf Text, Kritzelei und Bilder setzen. Die Kombination dieser Formen bleibt einem selbst überlassen. Schlussendlich geht es darum, dass du – SketchnoterIn – das von dir Gehörte notierst und für dich selbst – und manchmal auch andere – unvergesslich machst.
  • Limitierung bei Zeichnungen und Text? Du benötigst keine fein ausgearbeiteten Zeichnungen. Banner, Icons, Pfeile und Symbole reichen völlig aus, um deine Ideen auch visuell darzustellen oder textuelle Inhalte zu betonen. Du kannst aber auch so viel Textbausteine verwenden wie du willst. Es ist deine Grafik. Dein Stil. Deine Entscheidung.

 

 6 Gründe, warum du mit dem Sketchnoting anfangen solltest

Es gibt natürlich weitaus mehr Gründe, warum du einsteigen solltest. Aber ich glaube, ich habe die schönsten “Warums” für dich herausgesucht. 😉

  1. Entspann dich! Der Erstellungsprozess kann entspannungsfördernd sein. Du musst dir keine Gedanken um Details machen. Es geht nur darum, eine Idee möglichst einfach zu visualisieren.
  2. Einfach machen, einfach Idee erschaffen! Einfachheit ist das A und O von Sketchnotes. Einfachen Notizen machen nicht nur Spaß oder entspannen. Sie lassen sich auch relativ schnell und ohne großen Aufwand erzeugen.
  3. Nächster Halt: deine Phantasie! Beim Sketchnoting kann ich mich wunderbar vertiefen. Dabei vergesse ich alles um mich herum. Schwupps ich bin auf einem anderen Planeten – in meiner eigenen Welt. Diese Grafiken können auch deine Phantasie beflügeln, wenn du es zu lässt.
  4. Üben, üben, üben! Wenn du das visuelle Alphabet beherrschst und weißt, mit welchen Strukturen du deine Sketchnotes aufbauen kannst, hast du schon alles, was du brauchst. Der Einstieg ist also relativ einfach. Alles, was du jetzt noch tun musst, ist üben, üben, üben. Denn so entwickelst du dich weiter – was oft relativ schnell geht.
  5. Konzentra… was? Beim Erstellungsprozess musst du gleichzeitig zuhören und überlegen, wie du etwas visualisierst, um es dann auf dein Papier zu zeichnen – Multitasking, wenn man es so nennen will. Damit das alles so reibungslos klappen kann, ist viel Konzentration notwendig. Mit Sketchnoting lernst du also, konzentrierter zu arbeiten und dich nicht so leicht ablenken zu lassen.
  6. Erinnere dich! Deine erstellten Notizen helfen dir dabei, die notierten Dinge länger zu verinnerlichen – und das nicht nur über Tage, sondern auch Monate und vielleicht sogar Jahre.

 

Werkzeuge und Materialien, die du für deine Sketchnotes nutzen kannst

Auch hierfür gibt es schon sehr viele Beiträge – von der Länge her würde ich manche schon als Doktorarbeiten bezeichnen. 😉 Aber dahinter steckt Begeisterung – nicht nur für den Prozess, sondern auch für die Werkzeuge und Materialien, die du nutzen kannst. Statt dich also mit einer sehr langen Aufzählung von Produkten und deren Vor- sowie Nachteilen aufzuhalten, beschränke ich mich auf die folgenden beiden Grafiken. Hier zeige ich dir, womit ich häufig arbeite. Anschließend betrachten wir handgezeichnete und digitalgezeichnete Sketchnotes.

Das steckt in Steffi’s Schreibtischschublade

Erstaunlich, was man alles in seinen Schubladen findet. 😉 In der folgenden Infografik siehst du die Tools, die ich am liebsten und am häufigsten nutze. Du musst nicht in ähnliche Sachen investieren. Viel wichtiger ist, dass du unterschiedliche Sachen testest und ein Gefühl dafür bekommst, mit welchen Werkzeugen du dich am wohlsten fühlst. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie kostengünstig oder teuer sind.

Klicke auf die Nummern (1-6), um zu erfahren, um was für einen Stift es sich handelt und wofür ich diesen einsetze. Wenn du auf eines der Pluszeichen klickst, gelangst du zu zusätzlichen Informationen / Videos / Slide-Shows. Hier kannst du über den jeweiligen Stift und dessen Einsatz beim Sketchnoting mehr erfahren.

 

Buntes Papier, festes Papier oder lieber ein Notizbuch?

Welche Materialien ich nutze? Das kommt darauf an, ob ich etwas für einen Kunden oder für mich selbst visualisiere. Je nachdem greife ich gerne zu unterschiedlichen Formaten, Farben und Sorten.

Klicke auf die Nummern (1 bis 6), um zu erfahren, um was für ein Papier oder Notizbuch es sich handelt und wofür ich diese einsetze. Wenn du auf eines der Pluszeichen klickst, gelangst du zu zusätzlichen Informationen / Videos / Slide-Shows.

 

Material: Papier und digitale Tools

Über Papier habe ich dir bereits etwas erzählt. Deswegen werde hier nur kurz auf das Material eingehen. Dafür nehme ich mir etwas mehr Zeit für das digitale Sketchnoting und stelle dir ein paar Apps vor, mit denen ich schon gearbeitet habe.

Papier und Notizbücher

Neben den bereits vorgestellten Notizbüchern kannst du auch Bücher mit Ringbindung nutzen. Diese sind etwas leichter in der Handhabung. Besonders praktisch, wenn du schnell Dinge mitschreiben und keine Zeit verschwenden willst. Achte bei der Papierwahl darauf, dass du nicht zu raues Papier aussuchst. Einige Farbstifte und Brush Pens reagieren empfindlich darauf und gehen schneller kaputt.

Vorteile:

  • Du hältst deine Sketchnote sofort in den Händen und musst diese nicht erst ausdrucken.
  • Für Veranstaltungen können großformatige Bilder erstellt werden, die sich Teilnehmer in Ruhe anschauen können.

Nachteil:

  • Die eigenen Werke zu digitalisieren kann umständlich sein.
  • Fehler lassen sich nur schwer ausbessern.

 

Digitale Tools fürs Sketchnoting

Zeichen- und Sketchnote-Apps gibt es sowohl für iOS- als auch Android-Systeme. Besonders praktisch sind die Applikationen, bei denen du verschiedene Ebenen erstellen kannst. So machst du dir die Überarbeitung im Anschluss leichter und behältst einen besseren Überblick über die einzelnen Elemente deiner Sketchnote.

Vorteile:

  • Die Bilddatei kann sofort auf Social Media geteilt oder per E-Mail verschickt werden.
  • Dir stehen bei der Gestaltung unendlich viele Farben zur Verfügung.
  • Dein Tablet kann an einen Beamer oder einen Monitor angeschlossen werden, so können dir Teilnehmer bei Veranstaltungen beim Sketchnoting zusehen.
  • Zeitraffer können als Video geteilt und Grafiken für andere Formate leichter aufbereitet werden.

Nachteile:

  • Wenn es keine Projektion gibt, sind die digitalen Sketchnotes für Teilnehmer nur im Social Web oder in einem anderen digitalen Format sichtbar.

Applikationen, die ich für meine Sketchnotes nutze:

 

 

Das visuelle Alphabet: Alles, was du für deine Sketchnote brauchst

Wie zeichnet man Sketchnotes und die dazugehörigen Visualisierungen? Alles, was du dazu brauchst sind die folgenden, einfachen Elemente. Denn beim Sketchnoting geht es nicht darum, dass du die Dinge so naturgetreu malst wie möglich. Im Gegenteil: Du zeichnest Gegenstände, Tiere und Menschen so einfach wie möglich.

Hauptsache du und die Menschen, mit denen du deine Grafiken teilst, können erkennen, was du zum Ausdruck bringen willst. Mach dir also weniger Gedanken darum, was du nicht zeichnen kannst und überlege, was du alles mit dem visuellen Alphabet zeichnen kannst. Und denk immer daran:

 
 
 
 
 
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Bevor du mit dem Üben loslegst, kannst du dir Gebrauchsgegenstände bei dir zu Hause anschauen. Überlege, wie diese Dinge aussähen, wenn sie flach wie ein Icon auf deinem Papier liegen würden.

So entwickelst du ein Gefühl für die Elemente und tust dir vielleicht leichter, diese auch auf das Papier zu bringen. Alles, was du zum Sketchnoten brauchst sind Dreiecke, Kreise, Linien, Punkte und Quadrate:

 

Ein visuelles Alphabet mit 12 Elementen

Das ist das bekannteste Alphabet, dass für Sketchnotes genutzt wird. Es gibt aber auch immer wieder neue Ideen, wie man das Alphabet erweitern oder sogar umdenken kann. Die folgenden visuellen Buchstaben stammen von Scriberia Ltd. und beinhalten insgesamt 12 Grundelemente.

Auf den ersten Blick leuchten einem diese Elemente nicht ganz ein. Doch sobald man sich eines der Sketchnote-Erklärvideos anschaut, macht es im kreativen Kopf klick. Warum also das bestehende Alphabet nicht um das eine oder andere Element erweitern? Egal, für welches Alphabet du dich entscheidest: Hauptsache ist, dass du es dir leicht einprägen und einsetzen kannst.

 

 

Der Aufbau einer Sketchnote

Sketchnotes können auf unterschiedlichste Art und Weise strukturiert werden. Doch es gibt gewisse Ähnlichkeiten – Bausteine, die immer wieder verwendet werden. Diese folgen im nächsten Punkt an. Jetzt schauen wir uns erstmal einen Aufbau näher an:

 

 

Lass uns die Bausteine 1 bis 6 durchgehen:

  1. Titel – Hier schreibst du das Hauptthema deiner Sketchnote hin.
  2. Speaker – Wer spricht über das Thema? Es reicht, wenn du hier den Namen der Person nennst. Du kannst aber auch eine Figur der Person mit deren auffälligsten Merkmalen zeichnen.
  3. Hashtag – Gibt es zu dem Format, bei dem du sketchnotest, vielleicht einen Hashtag oder eine übergeordnete Veranstaltung? Dann schreibe ihn unter den Titel, so wissen die Betrachter, wo sie sich weiter informieren können.
  4. Struktur – Für diese Sketchnote habe ich die klassische Mind Map als Struktur gewählt. Es gibt aber natürlich noch viele weitere Möglichkeiten, wie du deine Sketchnote strukturieren kannst. Denkbar sind auch Popcorn, Spalten u. v. m. Dazu kommen wir als nächstes.
  5. Textbausteine – Ideen – Thesen – Wie bei einer Mind Map üblich platzierst du dazugehörige Inhalte um das Hauptthema herum. Bei dieser Sketchnote waren es ein paar Thesen und Fragen.
  6. Bild-/Symbol-/Icon-Bausteine – Du kannst – musst aber nicht – deine Textbausteine mit einem visuellem Element betonen. Dieses kann die Aussagekraft des Inhalts unterstützen.

Du kannst deine Sketchnotes auch völlig frei gestalten. Behalte nur im Hinterkopf – wenn du deine Inhalte teilst – dass die Sketchnote für den Betrachter lesbar bleibt.

 

Mit diesen Elementen, kannst du deine Sketchnote füllen

Container, Figuren, Gesichter, Linien, Pfeile und/oder Symbole – Mit diesen Elementen verleihst du deiner Sketchnote Struktur, Übersichtlichkeit und mit deinen kreativen Ideen das gewisse Etwas.

 

Container – Dazu zählen einfache Quadrate und Rechtecke, aber auch Banner und Sprechblasen. Du kannst  Texte und/oder Symbole kannst du in einen Container platzieren. Damit hebst du bestimmte Inhalte hervor und schaffst durch ihren Einsatz eine übersichtlichere Struktur.

Figuren – Du willst eine Sketchnote über ein emotionales Thema erstellen? Dann kann es sich anbieten mit Figuren zu arbeiten. Diese geben deiner visuellen Notiz einen menschlichen Aspekt. Diese musst du aber nicht detailliert ausarbeiten. Oft reichen schon wenige Striche, um diese emotional wirken zu lassen. Man muss nur erkennen, was die Figuren darstellen. Du kannst einfache Strichmännchen anfertigen. Oder du nutzt sogenannte Sternenmännchen – aufgrund ihrer Einfachheit von Graphicrecordern bevorzugt. Diese haben einen sternenförmigen Körper. Oder du greifst auf die Gray-Methode, erfunden von Dave Gray zurück. Bei dieser Methode malst du Figuren mithilfe eines Rechtecks als Körper, ein Oval als Kopf sowie Striche für Arme und Beine. Probiere die unterschiedlichen Möglichkeiten aus, und versuche herauszufinden, welche dir am meisten Spaß macht.

Gesichter – Auch hier braucht es nicht viele Striche, um aus einer Kombination von Augenbrauen und Mündern Emotionen visuell zu zeigen. Schließlich malst du keine Porträtbilder. Wenn du eine Sketchnote zu einem Vortrag machst, kann es für Betrachter, die nicht vor Ort waren, interessant sein, ein Gesicht vom Speaker zu sehen.

Linien / Trenner – Mit diesen Elementen schaffst du eine klarere Struktur und vermeidest so, dass deine Sketchnote unübersichtlich wird. Vor allem dann, wenn deine Aufzeichnungen linear einer Seite folgen, sorgen Linien und/oder Trenner für mehr Ordnung.

Pfeile – Vor allem, wenn du gegen die übliche Leserichtung von links nach recht und von oben nach unten nicht einhältst, können Pfeile den Blick des Betrachters gezielt lenken. Sie sind aber auch praktisch, wenn du auf bestimmte Elemente deiner Sketchnote aufmerksam machen willst.

Symbole / Icons – Du willst einen komplexeren Zusammenhang visuell darstellen? Dann schaffst du das am besten mit Symbolen und Icons. So sparst du dir viel Text und Platz auf deiner visuellen Notiz.

Diagramme – Bestehen eigentlich selbst aus verschiedenen Elementen. Diagramme zeigen dem Betrachter, wie sich etwas in der Tendenz verhält. In einem Vortrag wird ein wichtiges Diagramm gezeigt? Dann kann es Sinn machen, dieses in vereinfachter Form in deine Sketchnote mit aufzunehmen.

Handschriftlicher Text – Erklärungen, Idee oder weitere Ausführungen werden üblicherweise in Druckschrift auf einer visuellen Notiz platziert. Diese lässt sich sehr leicht lesen und kann platzsparend positioniert werden.

Weitere Schriftarten – Du willst deine Überschrift oder diverse Untertitel betonen – die Druckschrift reicht dir dafür aber nicht? Deine Wahl könnte dann auf Blockschrift, Schriftzüge mit mehreren Linien oder Serifen (Buchstaben haben “Füßchen”) fallen. Der Einsatz unterschiedlicher Schriftarten macht deine Sketchnote interessanter. Achte allerdings auf eine Gewissen Balance. Sonst sieht man deine visuelle Notiz vor lauter Schriftzügen nicht mehr. 😉

 

Bring mehr Struktur in deine visuelle Notiz

Auch, wenn du gerade erst mit dem Sketchnoting anfängst, kannst du mithilfe einer guten Struktur eine Sketchnote erstellen. Im Folgenden stelle ich dir die Muster vor, die für deine visuelle Notiz verwenden kannst – kein Muss, aber ein erster guter Orientierungspunkt. Jede dieser Strukturen hat aber auch ihre Vor- und Nachteile.

 

Linear – Die bekannteste Form, um eine Notiz zu strukturieren. Wie bei einem Buch wird dann die Grafik von links nach recht und von oben nach unten gelesen. Diese Art des Informationsflusses ist bekannt. Der Betrachter wird also kein Problem damit haben, diese zu lesen. Aber vielleicht wirkt dieses Format auch zu einengend für dich?

Mind Map / Radial – In der Mitte befindet sich das Kernthema. Rund herum platzierst du Aussagen und Ideen zu dem Thema. Um dem Betrachter das Lesen zu vereinfachen, kannst du diese im Uhrzeigersinn – und vielleicht mit einer Nummerierung versehen – platzieren. Du musste dieses Format allerdings nicht mit dem Themenschwerpunkt in der Mitte des Papiers erstellen. Der Schwerpunkt kann auch am Rand oder an einem der Ecken positioniert werden.

Modular – Damit teilst du dein Blatt Papier in klare Zonen ein. Jedes Teil ist mit unterschiedlichen Informationen befüllt. Wenn dir nur wenig Platz für deine visuell Notiz zur Verfügung steht, bietet sich diese Struktur an. Du kannst so wichtige Kernaussagen aufnehmen – für Detail ist aber kaum Platz.

Pfad – Diese Struktur nutze ich gerne bei Seminaren und Vorträgen, die auf ein bestimmtes Ziel oder eine bestimmte Aussage hinarbeiten. Ein Pfad kann aber auch einen Gedankenprozess oder eine Schrittabfolge gut darstellen. Auch bei dieser Struktur gibt es gewisse Einschränkungen. Da du einen Start und Endpunkt hast, musst du für die unterschiedlichen Zwischenstationen und -schritte genügend Platz lassen. Gut möglich, dass du auf einige Details verzichten musst.

Popcorn – Hier platzierst du Überschriften, Untertitel und Inhalte beliebig auf deine Arbeitsfläche. Du willst einfach nur so viele Informationen sammeln wie möglich? Dann ist diese Darstellungsweise am besten. Dafür ist dann deine fertige visuelle Notiz vielleicht zu schwierig für deinen Benutzer nachzuvollziehen.

Säulen – Wenn mehrere Leute über ein bestimmtes Thema sprechen oder wenn es um Diskussionsrunden auf Veranstaltungen geht, nehmen Sketchnoter gerne dieses Format zur Hand. Jeder Diskussionsteilnehmer erhält so den gleichen Platz auf deiner Notiz wie die restlichen Teilnehmer auch. Viel Platz hast du hier nicht. Also halte nur die wichtigen Aussagen und Botschaften der Diskutierenden fest.

Vertikal – Wenn ich eine Infografik im Sketchnotestil erstelle nutze ich gerne dieses vertikale Format. Dieses bietet auch eine benutzerfreundliche Leserichtung.

 

Ein- oder Mehrfarbig? So betonst du deine visuellen Notizen mit Farbe

Farbe kann deine Sketchnote auf viele verschiedene Art und Weise verändern: Sie schafft Struktur, Bewegung oder lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters zu einem bestimmten Teil deiner Grafik:

  • Du kannst Ideen und Aussagen nicht nur mit Linien abtrennen. Auch durch den gezielten Einsatz von unterschiedlichen Farben lassen sich diese voneinander trennen.
  • Eine Figur, die ihren Blick auf einen Gegenstand richtet, ein farbiger Pfeil, der sich im Hintergrund befindet und den Weg eines Prozesses beschreibt. Nutze Farbe, um eine bestimmte Richtung zu betonen, in die der Betrachter schauen soll.
  • Tiefe, Rahmenbedingungen, Effekte musst du nicht immer mit Grau oder Schwarz darstellen. Strukturen und Schatten können auch durch dezent eingesetzte Farbe funktionieren.
  • Negativer Raum, wird vom Betrachter kaum oder gar nicht beachtet. Dieser lässt sich gut nutzen, um das Element im Vordergrund zusätzlich zu betonen.
  • Es gibt immer wieder Vorträge oder Diskussionen, bei denen unterschiedliche Ideen oder Themen besprochen werden. Um diese auf deiner visuellen Grafik auseinanderzuhalten, könntest du jeder von Ihnen eine Farbe zuordnen. So kommen du und der Betrachter nicht durcheinander.

Alle diese Möglichkeiten setzten voraus, dass du Farben gezielt und weniger aus dem Bauch heraus nutzt. So stellst du sicher, dass du deiner Grafik eine gewisse Balance verleihst.

 

(M)ein Sketchnote-Prozess

Im diesen Abschnitt lernst du die einzelnen Schritte für das erstellen einer Sketchnote kennen. Den folgenden Prozess durchlaufe ich auch immer dann, wenn ich Sketchnotes für Veranstaltungen erstelle:

  • Recherche
  • Werkzeuge & Material
  • Vorbereitungen 
  • Vor Ort
  • Sketchnoting
  • Distribution
  • Überarbeitung & Repurposing
  • Archivierung

Recherche

Wenn ich mit der Erstellung einer Sketchnote beauftragt werden, erhalte ich in den meisten Fällen ein Briefing, in dem bereits viele Details zur Veranstaltung und der einzelnen Speaker steckt. Manchmal nutze ich Events aber auch dazu zu üben, neue Techniken auszuprobieren oder mich etwas weiterzubilden.

Meine eigene Recherche mache ich dennoch. Denn so kann ich vielleicht Details entdecken, an die mein Kunde oder ich sonst nicht gedacht hätten. Manchmal sind es auch diese Kleinigkeiten, die eine Sketchnote verbessern und noch einzigartiger machen können. Dazu zählen Informationen, wie Vorlieben oder Eigenheiten der Speaker, Besonderheiten der jeweiligen Event-Location oder ein Fakt des Unternehmens, das mich beauftragt hat.

Solch eine Recherche rundet aber auch das Gesamtbild ab und erleichtern mir meine Sketchnote-Arbeit. Falls mir Begriffe begegnen für die mir noch visuelles Vokabular fehlt, entwickle ich diese im Rahmen der Vorbereitungen – also im nächsten Schritt. 😉

Ich recherchiere also über das Leitthema, die Veranstaltung, den Veranstaltungsort, den Veranstalter, das Programm und die Speaker.

 

Werkzeuge & Material

Über die Werkzeuge und das Material, dass für Sketchnoting verwende, habe ich bereits weiter oben vorgestellt. Bei der Auswahl meiner Werkzeuge für die jeweilige Veranstaltung kommt es darauf an, was sich der Kunde gewünscht hat bzw. was in meine Tasche passt.

Oft schaffen es die folgenden (digitalen) Tools in meine Tasche:

  • iPad
  • Apple Pencil
  • 2 x Ladekabel
  • Smartphone
    Damit stehe ich im Kontakt mit meinem Kunden, denn oft fehlt für persönliche Betreuung die Zeit. Verständlich. Auf einer Veranstaltung ist immer viel los. Ich nutze es aber auch als Hotspot, wenn die Internetverbindung auf dem Event zu wünschen übrig lässt oder überlastet ist.
  • 1 x USB-C-Stecker
    An den Stecker kann ich dann ein HDMI-Kabel stecken, wenn meine Sketchnotes auf eine Leinwand oder einen Monitor projiziert werden sollen. Für das Ladekabel hab ich hier auch Platz.
  • 1 x HDMI-Kabel
    Falls Techniker oder Veranstalter kein HDMI-Kabel mehr herumliegen haben oder eines fehlt, nehme ich sicherheitshalber immer ein Kabel mit.

Falls ich analog arbeite oder Notizen für mich selbst mache, findest du in meiner Tasche eher:

  • 2 x schwarze Fineliner oder Kugelschreiber mit schwarzen Minen
  • 2 x graue Brush Pens
  • 6 x Copic Marker, Eddings in drei unterschiedlichen Farben
  • 2 x Notizbücher entweder im Querformat von Flying Tiger oder im klassischen DIN A4 Format.
  • Smartphone
    Das hat hier die gleichen Funktionen wie oben.

Warum ich die doppelte Zahl an Stiften mit mir herumschleppe? Wenn ein Stift nicht mehr schreibt oder mein Notizbuch voll ist, kann ich nicht mehr weiter malen. Das wäre sehr ärgerlich. Aus diesem Grund siehst du mich auch auf kürzeren Veranstaltungen mit einer großen Handtasche herumlaufen. Irgendwo muss ich das ganze Sketchnote-Spielzeug unterbringen. 😉

Weißt du, was für mich das allerwichtigste Werkzeug ist? Ohne dieses Tool ist kreatives arbeiten für mich nicht möglich. Ich glaube, du ahnst es schon. Ja, ich spreche von Kaffee. Es ist zwar immer wieder eine Herausforderung, die Kaffeetasse an einem Sitzplatz in einer Sitzreihe sicher hinzustellen. Aber ohne geht eben auch nicht.

 

Vorbereitungen

Dazu zählt auch, dass ich mich am Vorabend einer Veranstaltung erneut über den Ort informieren und wie ich zu dem Event per öffentlichen Verkehrsmitteln gelange.

Zu den Vorbereitungen bei Kundenaufträgen zählt auch das Erstellen von Vorlagen und Hintergründen. Auf einem blanken weißen Untergrund zeichne ich oft nur für mich selbst oder wenn es keine weiteren Wünsche vom Kunden vorliegen.

Die Hintergründe orientieren sich farblich am Corporate Design der Veranstaltung oder des jeweiligen Unternehmens. Manchmal nutze ich auch digitale Fotos, auf denen ich dann meine Sketchnotes erstelle. Das klappt aber nur, wenn das Leitthema des Events vom Veranstalter präzise und bildhaft festgelegt wurde. Bei Deep Dive muss ich beispielsweise an Taucher und die Tiefsee denken.

Sehr oft wünschen sich die Kunden auch ausgearbeitete Porträts der Speaker. Diese heben sich dann auch auf der fertigen visuellen Notiz von den anderen Sketchnote-Elementen ab. Für die Erstellung eines Proträts benötige ich etwas 45 Minuten bis zu einer Stunde – es kommt dabei auch immer darauf, wie gut das Referenzmaterial (die Fotos der Speakers) sind.

Sobald ich meine Recherchen und Vorbereitungen beendet und mein Material zusammengesucht habe, verstaue ich alles in meine Tasche. So kann ich mich morgen fertig- und aufmachen ohne zusätzliche Zeit mit Ordnung und Sucherei zu verschwenden.

 

Vor Ort

Häufig bin ich recht früh vor Ort, um ein Gefühl für die Location zu bekommen, einen guten Sitzplatz auszusuchen, mit dem Kunden kurz zu sprechen und mich eventuell von der Technik an den jeweiligen Monitor anschließen zu lassen.

Ansonsten gehe ich erneut das Programm durch, schaue, ob ich alle meine Vorlagen dabei habe, meine eigene Technik funktioniert und wo sich die nächstgelegene Stromquelle befindet. Man kann ja nie wissen.

Kurz vor Veranstaltungsstart besorge ich mir – wenn ich es nicht schon getan habe – einen Kaffee, damit ich für die erste Sketchnoting-Phase aufmerksam bei der Sache bin.

 

Sketchnoting

Da ich für jeden Vortrag eine Sketchnote-Vorlage erstellt habe, kann ich schnell und einfach zwischen den unterschiedlichen Themen und Speakern wechseln. Zusätzliche Zeit spare ich dadurch ein, dass ich bereits den Großteil der Vortragstitel sowie wie die Porträts vorab erstellt habe. So kann ich mich voll und ganz auf den Inhalt – oder den Hauptteil – des Vortrags konzentrieren.

Den Speakern höre ich aufmerksam zu, überlege währenddessen, was vom Gesagten wichtig ist und wie ich den einen oder anderen Aspekt visualisieren kann. Wenn ich mich für eine Idee entschieden habe, füge ich diese meiner visuellen Notiz hinzu. Um nicht den Faden zu verlieren, spitze ich auch während der Zeichenphase meine Ohren, um kein Wort vom Speaker zu verpassen.

Und dieser Prozess kann sich dann über einen halben, einen ganzen oder sogar mehrere Tage strecken. 🙂 Das macht sehr viel Spaß – derzeit vermisse ich das auch ein wenig –, braucht aber auch sehr viel Gehirnschmalz und Energie.

 

Distribution

Auch die Verteilung der Sketchnotes kann auf unterschiedliche Art und Weise von statten gehen:

  • Handgezeichnete Sketchnotes fotografiere ich ab und teile diese per Smartphone auf Twitter oder Instagram – natürlich mit einem Veranstaltungshashtag, wenn es einen gibt.
  • Digitale Sketchnotes teile ich per Tablet auf Twitter oder Instagram, wenn der Kunde keine spezifischen Angaben oder Wünsche gemacht hat.
  • Häufig kommt es aber vor, dass ich für den Kunden meine digitalen Sketchnotes in einem speziellen Bilderordner ablege, auf den nur wir beide Zugriff haben. Dann kann der Veranstalter im Lauf des Tages oder der Tage entscheiden, welche Grafiken vielleicht ein paar Anpassungen benötigen, er auf seinen eigenen Profilen im Social Web teilen möchte oder mir nur eine Freigabe erteilt und mich die Bilder teilen lässt, um diese das zu Teilen bzw. zu RT.
  • Es kommt selten vor, dass ich eine Sketchnote am Veranstaltungstag noch nicht teilen soll, sondern der Kunde dieser erst am Tag danach – inklusive Änderungswünschen – veröffentlicht. Aber die Technik macht so etwas heutzutage ja möglich. 🙂

 

Überarbeitung & Repurposing

Wer viel visualisiert oder wer viele visuelle Formate für Events, Diskussionsrunden, Webinare, Seminare u. s. w. nutzt, weiß oft nicht, was er damit nach Veröffentlichung noch tun kann. Insbesondere Sketchnotes scheint man – gefühlt – nur wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Auf Veranstaltungen werden diese Grafiken meist nach Fertigstellung auf Social Media geteilt. Sketchnotes erhalten dann am Eventtag im Digitalen entsprechend mehr oder weniger Aufmerksamkeit – und das war’s dann bis zum nächsten Format.

Das muss aber nicht sein. Man kann diese Grafiken auch für Nachberichterstattung nutzen. Hier gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Rückblick-Videos
  • Teaser-Videos
  • Infografiken
  • Bildergalerien für Website oder entsprechende Social-Media-Post-Formate
  • Bildmaterial oder visuelle Zusammenfassungen für Newsletter, Medien oder Teilnehmer
  • Postkarten
  • Plakate
  • Flyer
  • u. v. m.

In meinem Beitrag “Content Repurposing: Wie du mehr aus deinen Sketchnotes herausholst” erkläre ich dir, wie ich unterschiedliche Sketchnote-Projekte genutzt und weiterentwickelt habe, um weiteren Content für die Distribution zu erhalten.

 

Archivierung

Ich habe spezielle Strukturen erstellt, mit denen ich alle meine Sketchnotes archivieren kann. So geht mir meine Arbeit nicht verloren. Bin aber gleichzeitig nicht an die Existenz von entsprechenden Dienstleistern angewiesen.

Einzelne Sketchnote-Elemente, wie für das jeweilige Event speziell entwickelte Icons und Symbole, speichere ich auch auf meinem Tablet ab. Meine visuelle Bibliothek trage ich also ständig mit mir herum. Wenn ich bestimmte Icons wieder gebrauchen kann, muss ich nur in dieser Bibliothek nachschauen.

 

Sketchnote-Praxis: So kannst du deine Zeichentechnik verbessern

Zwei Aspekte, die besonders wichtig beim Sketchnoting sind, sind Zuhören und der sichere Umgang mit dem Stift. Wenn du gut hinhören kannst, erfasst du mehr Informationen, die du für deine visuelle Notiz nutzen kannst. Während der Erstellung einer Grafik kann es passieren, dass einem ein Icon oder Symbol nicht sofort einfällt.

Die Verzögerung kann dich aber daran hindern, deine Sketchnote auch fertig zu erstellen. Ein weiteres Problem: Wenn es schnell gehen muss, verrutscht man manchmal die Hand. Striche werden ungerade, Schriften und Symbole unleserlich. Wer sich regelmäßig mit den Sketchnote-Elementen auseinandersetzt und übt, kann dieses Problem häufiger vermeiden.

Werfen wir auf die genannten Aspekte einen Blick.

 

Warum Zuhören so wichtig ist

Wenn du nicht zuhörst, kannst du auch eine keine visuelle Notiz erstellen. Darum beginnt der Sketchnote-Prozess immer mit dem Zuhören. Auch die Qualität deiner Grafik hängt auch davon ab. Wer nicht richtig zuhört, überhört Informationen, die für die Sketchnote vielleicht relevant sein können.

Was macht gutes Zuhören aus? Einerseits musst du dich gut konzentrieren können, um kein Wort des Speakers oder Moderators zu verpassen. Gibt es Dinge, die dich ablenken? Versuche diese von Beginn an zu beseitigen. Versuch alles um dich herum zu vergessen. Es kommt nur darauf an, worüber der Speaker spricht und was er präsentiert.

 

 

Wenn du diese drei Dinge beherrschst, bist du in der Lage, Muster und  Aufbau einer Präsentation leichter zu erkennen. So entscheidest du intuitiv, auf welche Stellen eines Vortrags du besonders gut hinhören solltest.

Wie kannst du zuhören trainieren? Höre aufmerksam bei Telefonaten, Meetings, Podcasts und Präsentationen zu. Wenn ich morgens aufwache, lausche ich auch gerne meiner Umgebung und versuche zu identifizieren, wen oder was ich hören kann.

 

Der sichere Umgang mit dem Stift

Wie kannst du dauerhaft dafür sorgen, dass deine Striche sicherer und genauer werden? Das beste Mittel ist immer noch: üben, üben, üben. Versuche größere Kreise um kleinere Kreise zu malen oder zeichne mehrere parallele Linien hintereinander ohne das sie sich berühren.

Auch die Kombination unterschiedlicher Elemente ist denkbar. Übe aber vor allem Dinge zu erstellen, mit denen du dir selbst besonders schwer tust.

Mich plagt bei der Sketchnote-Arbeit auf Veranstaltungen oft ein weiteres Problem: Schwierigkeiten bei der Kopf-Hand-Koordination. Da ich oft kalte Hände habe, sieht meine Sketchnote am Anfang immer etwas wackelig aus. Um meine Hände aufzuwärmen mache ich gerne ein paar Übungen: Hände kreisen lassen oder Hände zu Fäusten ballen und diese dann wieder locker lassen. Meine Hände gründlich zu massieren hilft aber auch oft.

 

 

Sketchnote-Übungen

Es gibt natürlich weitaus mehr Möglichkeiten, wie du deine Sketchnote-Fähigkeiten kontinuierlich ausbauen und verbessern kannst. Im Folgenden findest du ein paar Übungen, die ich für mich nutze, um an meinen Skills zu arbeiten. Schau auch gerne bei anderen Sketchnotern vorbei. Denn auch sie nutzen die unterschiedlichsten Methoden.

Erweitere deine visuelle Bibliothek

Symbole, Icons, aber auch andere Stilmittel, die du dir im Rahmen deiner Übungen beibringst, kannst du deiner visuellen Bibliothek hinzufügen.

Deine Bibliothek kannst du auf unterschiedlichste Art und Weise pflegen: Falls du viel auf Papier malst, lassen sich einzelne visuelle Elemente gut auf kleinen Karteikarten zeichnen, sammeln und aufbewahren. 

Oder nutze ein Notizbuch: Teile Seiten in zwei Tabellen ein. Auf der einen Seite hältst du die Symbole fest und auf der anderen die dazugehörigen Bezeichnungen.

Du willst hauptsächlich digital arbeiten? Viele Applikationen bietet dir die Möglichkeit, einzelne Ordner anzulegen. Wenn du solch einen Bereich nur für deine visuellen Vokabeln planst, kannst du, falls du ein bestimmtes Symbol für eine Sketchnote brauchst, innerhalb des Programms Inhalte hin und her kopieren. 

Falls du auf deine visuellen Elemente seltener zugreifen willst, reicht es auch aus, wenn du beispielsweise deine Symbole in einem Album oder einem Ordner in einer Cloud-Lösung – ich nutze gerne Google-Drive und Google-Fotos – abspeichern. Der Vorteil: Auf die Symbole hast du dann auch via Laptop oder Desktop Zugriff.

 

Metaphern

Mit Metaphern kannst du ganz leicht dein visuelles Vokabular erweitern. Diese werden auch sehr oft von Speakern genutzt, um ihre Vorträge auszuschmücken.

Dir fallen keine Metaphern ein, die du zeichnen könntest? Dann gibt es ein zwei Seiten, die ich dir empfehlen kann. Allerdings darf dein Englisch nicht eingerostet sein. Denn die beiden Seiten ClichéFinder und Macmillan Dictionary sind auf Englisch – gute deutsche Seiten habe ich bisher nicht gefunden. Aber englische Begrifflichkeiten und Redewendungen lassen sich heute auch ganz gut übersetzen. 😉

Mit Wörtern experimentieren

Deiner Sketchnote kannst du auch mehr Individualität verleihen, in dem du Wörter auf unterschiedliche Art und Weise nutzt. Bei Veranstaltungen tue ich mir manchmal etwas schwer, meine Schriften zu variieren. Aus diesem Grund nutze ich die folgende Übung regelmäßig, um neue Schrift- und Wortideen zu entwickeln.

Such dir eine Handvoll Begriffe heraus, die du dir genauer anschauen möchtest und versuche diese auf unterschiedliche Art und Weise darzustellen:

  • Probiere verschiedene Schriftarten aus.
  • Nutze Lücken zwischen den einzelnen Buchstaben – vielleicht lassen sich zusätzliche Betonungen durch eine Pfeile oder Striche erzeugen?
  • Verändere einzelne Buchstaben in Wörtern, um den jeweiligen Begriff zu betonen.
  • Oder zeichne Formen neben oder um den Begriff herum, damit die Aufmerksamkeit des Betrachters auf diesen gezogen wird.

 

Tägliches Zeichnen

Ein visuelles Tagebuch zu führen, kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Stattdessen könntest du jeden Tag die eine oder andere Zeichen- oder Malphase einlegen.

Damit diese Übung nicht zu umfangreich wird, kannst du dich visuell mit einer Frage oder Idee, die dich gerade beschäftigt, auseinandersetzen. So hält sich deine Übungszeit in Grenzen und kannst diese problemlos in deinen Alltag integrieren.

Ich zeichne oder bastle gerne kleine Gifs, während ich morgens meinen ersten Kaffee trinke. 🙂

 

Zuhören – Pausieren – Zeichnen

Eine Übung, die du sicherlich schon kennst. Such dir ein Video oder einen Podcast heraus. Diese Formate eignen sich perfekt zum üben, da du sich nach belieben pausieren kannst.

Der Vorteil: Du kannst dir so viel Zeit mit dem Sketchnoting lassen, wie du willst.

Am Anfang ist es leichter, mit Videos zu üben, da du hier Gestik und Mimik besser beobachten kannst – Emotionen können auch wichtig für die Sketchnote sein.

 

Ressourcen

Wenn du auf der Suche nach weiteren Informationen bist oder einfach nur Inspiration für deine Sketchnotes suchst, wirst du sicherlich unter den folgenden Quellen fündig.

Bücher

Hier findest du Bücher, die sich mit den Themen Sketchnotes, Sketchnote-Einstieg, Gestaltung von Flipcharts, Daily Journaling und Graphic Facilitation beschäftigen.

Das Sketchnote Handbuch

Mit diesem durchgehend illustrierten Handbuch erhältst du eine grundlegende Einführung in Sketchnote-Techniken. So lernst du, für dich selber und bei Vorträgen Sketchnotes zu erstellen. Dabei zeigt dir Mike Rhode Schritt für Schritt, wie du schnell, einfach und effektiv Menschen, Gesichter, Schriften und einfache Objekte zeichnen kannst.

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Das Sketchnote Arbeitsbuch

Hier zeigt Mike Rohde, wie Sketchnotes in unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden können. Visuelle Notizen eignen sich nicht nur für Meetings, sondern auch für Brainstorming-Sessions und Konzepte.

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Sketchnotes: Visuelle Notizen für Alles

Ein weiteres Buch, dass sich für Sketchnote-Einsteiger eignet. Nadine Roßa erklärt auf anschauliche und klare Weise, was du tun musst, um schöne visuelle Noitzen zu erstellen. Vom Einkaufszettel bis hin zum Konzept – Hier lernst du alles zu visualisieren.

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Sketchnotes. Die große Symbol-Bibliothek

Du bist auf der Suche nach einer bestimmten Visualisierung oder du weißt nicht, wie man ein Smybol oder einen Begriff zeichnest, dann solltest du dir dieses Buch zu legen. Nadine Roßa zeigt dir hier, wie du über 1.000 unterschiedliche Symbole zeichnen kannst – inklusive detailliertet Schrittanleitung für jeden Begriff.

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Die Sketchnote Starthilfe: Über 200 Strich-für-Strich-Anleitungen und Schriften zum Nachzeichnen

Mein Lieblingsbuch von Tanja Wehr. Sie erklärt dir hier nicht nur, wie du mit dem Sketchnoting anfangen kannst oder wie du bestimmte Dinge malst. Sie macht dir auch Mut, kreativer zu arbeiten und auszudrücken. Eine absolute Leseempfehlung für Sketchnote-Anfänger.

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Sketchnotes im Alltag: Schritt für Schritt Sketchnotes

Du suchst einen pragmatischen Ansatz, der dir klar, schnell und einfach erklärt, wie du Sketchnotes in deinen Alltag einbauen kannst? Dann empfehle ich dir das Buch von Heidrun Künzel. Sie zeigt dir, wie du Memos, Checklisten, Grüße, Gutscheine, Tagebuchseiten, Rezepte, Einladungen und Menükarten für Feiern erstellst.

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Sketch Your Day: Ideen und Inspiration für dein Daily

Sketch Your Day ist laut Diana Meier-Soriat eine moderne und kreative Art des Tagebuchschreibens, bei der du deinen Alltag in Bildern und Texten festhältst. Auf diese Weise kannst du schöne Momente noch einmal Revue passieren lassen und dich dabei vor allem auf die positiven Dinge konzentrieren. Das Buch beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Thema Daily Journaling und Achtsamkeit im Alltag.

| Autor-Website |

Sketchnotes einer Weltreise

In diesem Buch nimmt dich Eva-Lotta Lamm auf eine Reise rund um die Welt in Sketchnotest: von Indien über Neuseeland und die USA bis nach Peru und Bolivien. In Skizzen, Symbolen und kurzen Notizen in englischer Sprache macht sie ihre Erfahrungen auf einzigartige Art und Weise erlebbar. Für alle, die auf der Suche nach Inspiration sind.

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Der Flipchart Kurs: Das Praxisbuch für Einsteiger

In diesem Buch zeigt dir Heike Haas, wie du mit ganz einfachen Mitteln gut strukturierte und einprägsame Flipchart-Poster erstellst – und dabei kommt es nicht darauf an, zeichnen zu können. Du wirst sehen, wie schnell auch du ansprechende und professionelle Poster zauberst.

| Autor-Wesbite |

Auf dem Tablet erklärt: Wie Sie Ihre guten Ideen einfach und digital visualisieren

Dieses Buch hat mir sehr bei meinem Sketchnote-Einstieg geholfen. Ich habe viel über den Tablet-Umgang und das Erstellen digitaler Notizen gelernt. Vor allem aber inspiriert sie durch zahlreiche Beispiele, die dir helfen, statt einer sprachlichen eine bildliche Darstellung zu finden, die emotionaler, nachhaltiger und überzeugender wirkt und auch noch mehr Spaß macht.

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Der Wegweiser für den Graphic Facilitator: Wie Sie mit Zuhören, Denken und Zeichnen Bedeutung schaffen

Du beschäftigst dich mit dem Thema Graphic Facilitation, Graphic Recording, Visual Facilitation, Visueller Moderation kurz dem Erstellen Visueller Protokolle beschäftigen? Dann solltest du unbedingt dieses Buch lesen.

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Sketchnoter*innen

Die folgende Auswahl an Sketchnoter*innen kann man nur als kleinen Ausschnitt ansehen. Denn da draußen gibt es noch so viele Kreativ-helden, die darauf warten, entdeckt zu werden. 🙂

tl;dr – Sketchnotes kann jeder malen

Jetzt weißt du fast alles, was man über das Thema Sketchnotes wissen kann. Bleibt nur die Frage, was du mit diesem Wissen anfängst. Wie du gemerkt hast, braucht es nicht viel, um einzusteigen und gute Grafiken zu erstellen. Den ersten Schritt zu wagen, ist vielleicht die größte Herausforderung für dich. Wenn du dich traust und loslegst, wirst du diese Entscheidung mit Sicherheit nicht bereuen.

Gibt es Inhalte oder Informationen, die du für deinen Sketchnote-Einstieg noch benötigst? Was brauchst du, um die Angst vor Papier und Stift zu verlieren?

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