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Auf die folgenden Brainstorming-Basics solltest du achten, wenn du die Methode vor Ort oder auch virtuell mit deinem Team umsetzen willst.

 

Die Vorstellung, alleine im Home-Office zu sitzen und kreative Ideen zu entwickeln, klingt für viele Menschen nicht besonders verlockend. Brainstormings zu denen man sich an einen Ort begibt und den Teilnehmern tatsächlich gegenübersteht, kommen langsam aus der Mode oder sind derzeit nicht möglich.

Eine Brainstorming-Session lässt sich aber auch nicht kinderleicht virtuell umsetzen. Hier muss man auf viele Dinge achten. Meiner Meinung nach auf weitaus mehr Aspekte als bei einer Session vor Ort. Technik, Tools oder der Sessionablauf sind nur ein paar der Facetten, die du dabei berücksichtigen musst.

Mit diesem Beitrag möchte ich dir ein paar Tipps, Tricks und Hinweise an die Hand geben, mit denen du Brainstorming sowohl virtuell als auch vor Ort umsetzen kannst.

P.S.: In der nächsten Ausgabe des Komm.Guide Newsletters Ende Mai teile ich mit dir Erfahrungen und Tipps zum Thema Brainstorming von Textern, Freiberuflern, Unternehmenskommunikatoren und Kommunikatoren. Melde dich gerne zum Newsletter an, um die Umfrageergebnisse zu erhalten und vom Erfahrungsschatz dieser vielen Menschen zu profitieren.

Brainstorming-Basics: Was steckt eigentlich dahinter?

Die Methode zählt zu einer Reihe von Gruppenaktivitätstechniken. Brainstorming wird häufig verwendet, um Ideen oder Lösungen für ein Problem zu finden. Hierbei sammelt eine Gruppe neue Ideen und dokumentiert diese. Eine Session wird mit einer überschaubaren Zahl an Teilnehmern durchgeführt. Diese wird von einem Moderator strukturiert und geleitet.

Alex F. Osborne, ein Werbefachmann, hat diese Methode 1939 entwickelt. Frustriert von der Unfähigkeit seiner Mitarbeiter, neue Ideen zu sammeln, begann er Prozesse zur Problemlösung zu entwickeln. Diese sollten sich auf einen teambasierten Arbeitsansatz konzentrieren. Bei seinen Tests stellte er fest, dass diese Methode die Qualität und Quantität neuer Ideen verbesserte.

Inzwischen nutzen Unternehmen digitale Plattformen und Mind-Mapping-Tools, um den Prozess zu beschleunigen. Quantität erhält den Vorzug. Sobald alle Einfälle gesammelt wurden, werden diese von der Gruppe bewertet. Am Schluss konzentriert man sich auf die Punkte, die das Problem mit höchster Wahrscheinlichkeit lösen kann.

 
Wie ein Brainstorming (eigentlich) abläuft

Man kann den Ablauf eines Brainstormings in vier Phasen unterteilen:

  1. Sammeln und finden von Idee
    Vor dem eigentlichen Brainstorming-Prozess haben sich alle Teilnehmer mit den Regeln vertraut gemacht. Der Moderator schreibt alle gesammelten Ideen auf Karten und hängt diese auf. Die Teilnehmer notieren sich ihre Ideen sicherheitshalber ebenfalls, damit nichts verloren geht.
  2. Sortieren der Ideen
    In der zweiten Phase werden alle Ideen gemeinsam strukturiert: Können die Vorschläge in Kategorien unterteilt werden? Die Karten werden entsprechend sortiert.
  3. Bewerten der Ideen
    Aussortiert werden Ideen, die sich als unsinnig und nicht umsetzbar herausstellen. Alle Teilnehmer dürfen Kritik an den präsentierten Ideen äußern. Am Ende sollte eine Liste mit guten Ideen übrig bleiben.
  4. Nachbearbeitung
    Nun müssen die gesammelten Ideen ausgearbeitet und verbessert werden. Überlegen Sie sich, welche Schritte für die Umsetzung notwendig sind und verteilen Sie diese Aufgaben im Team.

Die vier Prinzipien des Brainstormings nach Alex F. Osborne

Im Lauf der Jahre hat sich Brainstorming natürlich weiterentwickelt. Die vier Prinzipien stellen aber auch heute einen guten Startpunkt dar:

1. Die Sache mit Qualität und Quantität

Quantität bringt Qualität hervor. Es geht also beim Brainstorming darum, möglichst viele Ideen zu sammeln. Durch deren Zusammenführung, Verfeinerung und Weiterentwicklung entstehen dann qualitativ hochwertige Lösungen oder Ideen.

2. Es geht nicht um Kritik

Die Teilnehmer sollen und dürfen frei ihre Ideen vorstellen. Kritik sollte erst nach der Ideensammlungs-Phase und für die Feedbackrunde aufgehoben werden. Ansonsten werden die Teilnehmer durch Kommentare belastet.

3. Je verrückter desto besser

Beim Brainstorming geht es auch darum, über den Tellerrand zu denken. Scheinbar (oder wirklich) verrückte Ideen öffnen manchmal die Türen zu neuen innovativen Ansätzen.

4. Liebe zum Detail ist gefragt

Sobald die Teilnehmer eine Reihe von Ideen identifiziert haben, geht es in den nächsten Phasen darum, diese –wenn möglich – miteinander zu verbinden. So kann der Problemlösungsprozess oder die Ideenfindung vorangetrieben werden.

Brainstorming kann Teams dabei helfen, innovativ zu sein, um die Ecke zu denken und zusammenzuarbeiten. Dabei gibt es nicht den einen richtigen Weg. Es gehört also dazu, auch für das Brainstorming nach einem Prozess zu suchen, der allen Teilnehmern Spaß macht und gleichzeitig gute Ideen hervorbringt.

Vorteile von Brainstorming

  • Mithilfe dieser Methode können Menschen leichter frei denken. Sie müssen sich nicht vor Kritik fürchten.
  • Brainstorming fördert eine offene und kontinuierliche Zusammenarbeit, bei der Probleme gelöst und innovative Ideen entwickelt werden können.
  • Mit dieser Technik können Gruppen schnell und einfach eine Vielzahl von Ideen und Lösungen identifizieren.
  • Die Gruppe ermittelt gemeinsam Schlussfolgerungen. Alle Beteiligten sind bei diesem Prozess gleichermaßen informiert.
  • Ideen einzelner Personen werden aufgegriffen, verbessert, erweitert und wohlmöglich auch umgesetzt.
  • Da die Gruppe geschlossen beim Brainstorming zusammenarbeitet, lassen sich die Ergebnisse auf eine gemeinsame Teamleistung zurückführen.

Regeln für ein gelungenes Brainstorming

Damit die Umsetzung dieser Methode gelingt, braucht es eigentlich nicht viel. Denk nur immer wieder an die vier folgenden Regeln:

1. Keine Urteile

Auch eine wichtige Regel für Kreativität generell: Werfe beim Brainstorming nichts sofort weg. Das passiert dann in der Bewertungsphase.

2. Gebe deinen Gedanken Freiraum

Bei einem Brainstorming sind Ideen weder albern noch unmöglich. Erlaube dir und anderen, eurer Fantasie freien Lauf zu lassen.

3. Viele viele Ideen

Je mehr Ideen oder Lösungen in der Gruppe gefunden werden, desto besser. Die Anzahl ist natürlich abhängig von dem Problem oder dem Thema.

4. Gruppenarbeit

Brainstorming funktioniert mit mehreren Personen am besten. Achte nur darauf, dass du die Ideen der anderen Teilnehmer so nimmst wie sie sind. Die Verfeinerung kommt später.

Brainstorming-Basics: Methoden für die Gruppenarbeit vor Ort

Ideenerfassung, Diskussion, Kritik – aus diesen drei Schritten besteht Brainstorming. Folgende Methoden kannst du für alle drei Phasen verwenden:

Brainwriting

Bei dieser Methode wird nicht gesprochen. Alle Teilnehmer schreiben drei Ideen auf, die sich auf den Themenschwerpunkt beziehen. Die Ideen werden nach einigen Minuten an die Person recht oder links weitergegeben. Diese entwickelt die Idee weiter oder fügt Stichpunkte sowie kreative Strategien hinzu. Die Papiere werden nach ein paar Minuten wieder herumgereicht. Sobald die Ideen im Team eine Runde gemacht haben, werden diese diskutiert. Die Gruppe entscheidet gemeinsam, an welchen Ideen weitergearbeitet werden soll.

In eine Rolle hineinschlüpfen

Hierbei wird eine Person oder Figur herausgesucht, die sich nicht im Raum befindet. Das kann der Chef, eine fiktive Figur oder eine bekannte Persönlichkeit sein. Die Gruppe diskutiert dann, wie diese Person das Problem angehen oder darüber denken würde. So kann die Gruppe das Problem aus einer anderen Perspektive betrachten und neue Lösungsansätze entwickeln.

Round-Robin-Brainstorming

Jeder Teilnehmer bringt sich aktiv bei dieser Methode ein. Eine Idee muss einmal durch den gesamten Raum / durch die gesamte Gruppe zirkuliert und dabei kritisiert, diskutiert und ausgearbeitet sein, bevor es mit der nächsten Idee in Angriff genommen wird. Jeder Teilnehmer muss eine Idee vorstellen. Die Ausrede “Meine Idee wurde bereits genannt” zählt nicht. Gebe der Gruppe bereits Zeit vor dem Brainstorming, damit alle eine Idee vorbereiten können.

Stufenleitertechnik

Mit dieser Methode kannst du sicherstellen, dass sich die Gruppe nicht zu sehr auf die ersten Ideen konzentriert und von der lautesten Person beeinflussen lässt. Ein Moderator stellt das Thema vor. Alle außer zwei Personen verlassen den Raum. Die beiden Personen beginnen mit dem Brainstorming. Nach ein paar Minuten kommt eine dritte Person in den Raun. Diese Person stellt ihre eigenen Ideen vor. Erst dann beschäftigt sich die kleine Gruppe mit den bereits diskutierten Ideen. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt bis alle Teilnehmer im Raum sind. Außerhalb des Raums können die Teilnehmer weiterhin Ideen sammeln oder zu individuellen Aufgaben zurückkehren. 

Starbursting

Diese Methode eignet sich für die Ausarbeitungs- und Implementierungsphase. Im Zentrum steht die Idee oder die Lösung, die zuvor entwickelt wurde. Drumherum wird ein sechszackiger Stern gelegt. Jede Spitze repräsentiert eine W-Frage (wer, was, wann, wo, warum, wie). Die Idee oder Herausforderung wird so wieder aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Gleichzeitig denkt die Gruppe gemeinsam darüber nach, wie die Idee auch schlussendlich umgesetzt werden kann.

Locationwechsel

Auch der Wechsel des physisches Raums kann Auswirkungen auf die Ergebnisse des Brainstormings haben. Diese fühlen sich im Laufe der Zeit schnell eintönig an, wenn sie in der derselben Gruppenkonstellation und im selben Raum stattfinden. Ein Raumwechsel kann den Teilnehmern dabei helfen, anders zu denken und neue Ideen zu entwickeln.

Virtuelles Brainstorming: Mehr Ideen digital im Team erarbeiten

Derzeit müssen viele Dinge digital und aus dem Home-Office heraus passieren. Das ist beim Brainstorming leider auch nicht anders. Damit die Methode auch virtuell funktioniert, gibt es auch hierfür ein paar Hinweise, die du beachten kannst:

Bleibe organisiert

Notizen, Ideen und Fortschritte sollten jederzeit für alle zugänglich und gut strukturiert sein. Das ist beim virtuellen Brainstorming sogar noch wichtiger. Denn im Digitalen gehen wichtige Informationen gerne in E-Mails oder unstrukturierten Ordnerstrukturen unter.

Nutze die passenden Werkzeuge

Für ein virtuelles Brainstorming brauchst du mehr als eine Telefon- oder Videokonferenz. Suche nach Tools, die alle Anforderungen der Gruppe erfüllen und eine zusammenhängende Teamumgebung schaffen. Probiere die unterschiedlichen Angebote aus, um herauszufinden, was passt und was nicht.

Involviere alle Teilnehmer

Achte darauf, dass sowohl laute als auch leise Teilnehmer Input mit der Gruppe teilen können. Funktionen wie Umfragen, Likes oder die Schriftliche Einreichung von Ideen helfen dir dabei, Meinungen und Eindrücke besser zu steuern.

Achte auf die Zeit

Wenn du nicht darauf achtest, läuft das Brainstorming schnell aus dem Ruder. Mach dir einen genauen Zeitplan und versuche dich daran zu halten.

Bleibe tolerant

Negatives Feedback und offene Kritik beenden den Prozess. Jeder Teilnehmer sollte von Anfang bis Ende offen bleiben. Es gibt keine schlechte Ideen. 😉

Schritt für Schritt ein virtuelles Brainstorming planen, organisieren und durchführen

Die folgenden Tipps und Hinweise sollen dir helfen deine eigene Brainstorming-Struktur zu entwickeln.

Bevor das Brainstorming beginnt
  1. Schicke den Teilnehmern schon vorab die Tagesordnung, Hintergrund- und Informationsmaterial sowie das Ziel des Brainstormings zu.
  2. Du hast das passende Tool für dein Team gefunden? Nimm es unter die Lupe und teste alle Funktionen. Im Brainstorming kannst du das Tool dann problemlos nutzen und der Vorgang wird nicht durch unnötige Unterbrechungen gestört.
  3. Plane ein Warm-up oder einen Eisbrecher ein. Die Teilnehmer können sich so besser entspannen und sich auf das Brainstorming einlassen.
  4. Stelle den Ablauf und Zeitplan zum Start des Brainstorming erneut vor. Und achte auf die Zeit.
Während des Brainstormings
  1. Nutze eine Methode, die zu den Teilnehmern und zum Problem passt.
  2. Stelle der Gruppe deine gewählte Methode vor. Erkläre aber auch die Funktionen des Tools, dass du für das Brainstorming ausgesucht hast. Mache einen Testlauf, damit sich die Gruppe an den Ablauf gewöhnen kann.
  3. Achte darauf, dass konzentriert gearbeitet wird. Stelle dafür ein paar Regeln auf und bespreche diese zu Beginn mit der Gruppe.
  4. Greife auch auf visuelle Elemente zurück, um das Brainstorming kreativer zu gestalten. Viele Methoden besitzen bereits solche visuellen Komponenten.
  5. Wenn du die Funktion des Moderators übernimmst, ist es wichtig, dass du neutral bleibst. Denke daran, dass Kritik erst am Schluss erlaubt ist.
 
Nach dem Brainstorming
  1. Fasse am Ende des Meetings die Ergebnisse und die nächsten Schritte für die Gruppe zusammen. Ungenutzte Ideen kannst du aufbewahren.
  2. Schicke die Ergebnisse und Erkenntnisse an alle Teilnehmer per E-Mail.
  3. Achte auf die nächsten Schritte und setze die erarbeitete Idee mit der Gruppe um.
  4. Hole dir Feedback von den Teilnehmern ein. Was hat funktioniert? Was kannst du beim nächsten Mal besser machen? Wurde das jeweilige Tool sinnvoll eingesetzt?

Tipps, Tricks und Tools für dein virtuelles Brainstorming

An dieser Stelle hätte ich dir jetzt eine Liste mit unendlich vielen Tipps, Tricks und Tools erstellen können. Dann habe ich aber den wunderbaren Beitrag von Ann Gynn beim Content Marketing Institute gesehen. Falls du dich also mit dem Thema weiter auseinandersetzen willst, dann lege ich dir diesen Artikel ans Herz.

Nichtsdestotrotz konnte ich es mir nicht nehmen lassen, diesen Beitrag als interaktive Infografik für dich aufzubereiten. Hier findest du nicht nur eine kurze Zusammenfassung des Artikels, sondern auch weitere Inhalte und Videos, die ich zu den unterschiedlichen Aspekten für dich zusammengetragen habe.

Die weiteren Inhalte kannst du durch einen Mausklick auf das jeweilige Symbol erkunden. Viel Spaß!