Hinter dem achten Türchen verbirgt sich Renate Welkenbach. Sie erzählt dir etwas über Kreativität in Krisenzeiten und das Verlassen der Komfortzone.

 

Über die heutige Inputgeberin

 
Renate Welkenbach

Renate Welkenbach

Renate Welkenbach sät WIRKSAMEN für Wachstum, Wandel, Weiterentwicklung und ein wohlwollendes, respektvolles Miteinander. Sie sorgt dafür, dass Bauchladen-Besitzer*innen, Diversitäts-Streber*innen und Wandel-Willige die eigene, klare Position finden und durch gehirngerechte Ausdrucksformen in fruchtbaren Austausch mit anderen kommen. So kann die Welt durch Vielfalt, Verständigung, Zusammenarbeit und Innovation profitieren.

Website: https://renatewelkenbach.de/ueber-mich/

Über Kreativität und Komfortzonen

Spielt Kreativität in deinem Job eine Rolle?

Kreativität ist meine größte Ressource und spielt damit seit jeher eine große Rolle in jedem Bereich meines Lebens. Dabei hat sich mein Verständnis über die Jahre sehr verändert: Wie so viele Menschen habe ich damit früher eher kreative Ausdrucksformen verbunden, die vor allem mit handwerklichen Fähigkeiten, Übung und Erfahrung zu tun haben. Schon als Kind habe ich stundenlang begeistert gemalt, gezeichnet und gebastelt und dafür viel Anerkennung bekommen. So war lange vor dem Abitur für mich klar, dass ich Kommunikationsdesign studieren möchte und damit bin ich dann auch in meine berufliche Laufbahn gestartet. 

Über die Jahre ist mir klar geworden, dass es mir zu wenig ist, lediglich passende Hüllen für die Inhalte von anderen zu gestalten. Deshalb habe ich mich begeistert in diverse Weiterbildungen gestürzt, die mich nachhaltig beeinflusst und dazu gebracht haben, mich intensiv mit meinem Warum auseinanderzusetzen. Inzwischen zeigt sich für mich Kreativität mehr in der Fähigkeit des Perspektivenwechsels, einer ungewöhnlichen oder veränderten Herangehensweise oder auch darin, gewohnte Muster zu verlassen und neue Verbindungen herzustellen; und das macht einen großen Teil meiner Arbeit aus.

 

Hast du 2 Tipps oder Methoden, um deine Kreativität anzuregen?

Eine ganz wunderbare Methode ist für mich die „Überraschung im Sack“: Dafür habe ich einen undurchsichtigen Stoffbeutel, in dem ich alle möglichen Dinge, wie z.B. kleine Spielzeuge, Figürchen, Steine, Münzen, Jonglierbälle, Murmeln, ein uraltes Handy, Kabel etc., gesammelt habe. Aus diesem Beutel ziehen meine Kundinnen und Kunden irgendeinen Gegenstand und haben dann die Aufgabe, eine Verbindung zu einem gesetzten Thema herzustellen. Im Coaching mache ich das beispielsweise gerne als Warm-up, verbunden mit der Fragestellung: „Was hat dieser Gegenstand damit zu tun, dass du heute hier bist?” Das Gute an der Methode ist, dass Menschen ihre gewohnten Denkstrukturen und das damit verbundene Narrativ verlassen; oft können so schon gleich am Anfang neue Erkenntnisse entstehen.

Genauso toll finde ich Collagen-Arbeit oder auch „Vision Boards“. Immer wieder stelle ich fest, mit wie viel Spaß gerade die Menschen dabei sind, die in ihrem Alltag nur wenig Berührungspunkte mit kreativen Ausdrucksformen haben – und wie nachhaltig sie davon profitieren.

 

Wie nimmst du Kreativität derzeit in deiner Branche wahr?

Nach meinem Eindruck hat die Pandemie dazu beigetragen, dass Kreativität einen ganz neuen Stellenwert bekommen hat – und zwar in jeder Branche. Die ständigen und unerwarteten Veränderungen haben fast alle dazu gezwungen, sich aus ihrer Komfortzone heraus in unbekanntes Terrain zu bewegen und quasi im laufenden Experiment zu lernen. Das hat, neben dem ganzen Chaos und schlimmen Auswirkungen, auch viel Gutes bewirkt. Einige haben es sogar geschafft, ihr altes Geschäftsmodell weitaus profitabler als auch persönlich erfüllender weiterzuentwickeln; das hätten sie ohne Not möglicherweise verpasst.

 

Würdest du dir mehr Kreativität wünschen?

Als Mensch, der Kreativität als größte Ressource betrachtet, ist mir diese Frage bisher fremd. 🙂