Hier sind zwei ungewöhnliche Bücher für Selbstständige, die sich weniger mit Jahresplanung und mehr mit innerer Arbeit befassen.

Für dieses Jahr habe ich mich entschieden, es anders zu machen. Zwischen den Jahren habe ich mich nicht zuerst um die Jahresplanung, Zielvorgaben oder die nächste „Jetzt wird alles neu“-Strategie gekümmert. Stattdessen bin ich ruhiger gestartet und wollte erst verstehen, was mich wirklich trägt und was mich immer wieder ausbremst.

Diese Tage sind ideal, um innerlich und äußerlich aufzuräumen und wieder klarer zu sehen, worum es eigentlich geht. Genau aus diesem Grund habe ich die Bücher „The War of Art” und „The Mountain Is You” gelesen. 

Sie sind dafür perfekt, weil sie zwei Seiten derselben Medaille abdecken. Das eine bringt einen ins Tun, das andere zeigt, warum du dich dabei so oft selbst sabotierst.

Ich habe beide Bücher parallel gelesen, weil ich beides brauche: Konsequenz und Selbstverständnis. Und weil ich 2026 nicht „besser planen” will, sondern bewusster arbeiten möchte.

The War of Art von Steven Pressfield

In seinem Buch „The War of Art“ beschreibt der Autor Steven Pressfield den „Widerstand“ als eine unsichtbare Kraft, die immer dann auftaucht, wenn wir etwas erschaffen wollen, das uns wirklich wichtig ist. Pressfield zeigt, wie sich dieser Widerstand tarnt: als Prokrastination, Perfektionismus, ständiges Optimieren oder das Gefühl, erst noch „bereit“ werden zu müssen.

Buchcover von The War of Art mit hervorgehobenen Aussagen zu Widerstand, Disziplin und konsequentem Arbeiten.

Je bedeutender das Vorhaben ist, desto hartnäckiger wird der Widerstand. Genau das macht ihn zu einem Hinweis: Hier liegt Wachstum, hier liegt Wahrheit, hier liegt das Eigentliche.

Pressfield argumentiert deshalb nicht für mehr Inspiration, sondern für eine klare, erwachsene Entscheidung: auftauchen, anfangen, dranbleiben. Der zentrale Perspektivwechsel ist dabei der vom Amateur zum Profi – nicht nur als Titel, sondern als innere Haltung gegenüber der eigenen Arbeit.

Ein Profi wartet nicht auf gute Stimmung, sondern nimmt die kreative Praxis ernst, auch wenn sie sich zäh, langweilig oder unangenehm anfühlt. So wird Kreativität weniger zu einer Frage von Talent und mehr zu einer Frage von Selbstführung, Konsequenz und Mut.

Am Ende bleibt eine einfache, starke Botschaft: Nicht der perfekte Plan bringt einen weiter, sondern die tägliche Bereitschaft, dem Widerstand nicht mehr das Steuer zu überlassen.

Was ich an „The War of Art“ gut finde

Was ich an „The War of Art” wirklich schätze, ist die Kürze. Das Buch kommt ohne Umwege zum Punkt, was es so wirksam macht. Pressfield redet nicht drum herum, sondern trifft ziemlich direkt die wunden Stellen. Diese Momente, in denen dir bewusst wird, wie kreativ du eigentlich sein willst und wie konsequent du dich selbst dabei ausbremst. 

Gerade auf der Reise vom „Amateur“ zum „Profi“ hält er einem den Spiegel vor. Ausreden, Aufschieben, Perfektionismus, die ewige Vorbereitung: All das wirkt plötzlich nicht mehr wie Charakterzüge, sondern wie Widerstand, den du erkennen und ernst nehmen kannst. Ich fand diesen Gedankengang überraschend klar und hilfreich.

Konkret konnte ich mitnehmen, dass es weniger um Motivation geht, sondern viel mehr um Haltung und das tägliche Auftauchen. 

Gleichzeitig möchte ich fairerweise darauf hinweisen, dass das Buch an manchen Stellen einen leicht religiösen Unterton hat, gerade wenn es um „Muse“ und höhere Kräfte geht. Das hat mich nicht gestört, weil ich diese Passagen überlesen bzw. als Metaphern betrachten kann. 

Wenn du für solche Passagen aber gar keinen Zugang hast oder wenn dich das aus dem Konzept bringt, ist das Buch vermutlich weniger dein Fall.

Wofür du das Buch von Pressfield nutzen kannst

„The War of Art“ vermittelt vor allem ein neues Bewusstsein für den eigenen Widerstand und dafür, wie verlässlich er sich zeigt, wenn es ernst wird.

Das Buch lädt dich nicht dazu ein, dich besser zu motivieren, sondern dazu, ehrlicher hinzuschauen:

  • Wo weichst du aus?
  • Wo bereitest du dich endlos vor, statt anzufangen?

Wenn du das erkennst, kannst du eine andere Entscheidung treffen und das nicht jeden Tag perfekt, aber bewusst. Du wirst weniger auf die richtige Stimmung warten, weniger an dir zweifeln und einfach arbeiten.

Genau darin liegt die Veränderung, die Pressfield anstößt.

The Mountain is You

In „The Mountain Is You“ beschreibt Brianna Wiest innere Blockaden nicht als etwas, das es zu überwinden gilt, sondern als etwas, das es zu verstehen gilt. Der „Berg” steht dabei für die eigenen Muster, Schutzmechanismen und unbewussten Entscheidungen, die uns immer wieder an denselben Punkt zurückführen.

Buchcover von The Mountain Is You mit erklärenden Stichpunkten zu Selbstsabotage, innerer Arbeit und persönlicher Entwicklung.

Wiest macht deutlich, dass Selbstsabotage kein Zeichen von Schwäche ist, sondern ein Hinweis darauf, dass alte Strategien nicht mehr zu dem passen, was wir eigentlich wollen.

Anstatt nur an der Oberfläche zu optimieren, lenkt sie den Blick konsequent nach innen:

  • auf Emotionen,
  • das Nervensystem,
  • Prägungen
  • und Verantwortung.

Das Buch arbeitet weniger mit klaren Anleitungen als mit Reflexion, Wiederholung und Einordnung. Genau dadurch entsteht Raum, um sich selbst ehrlicher zu begegnen, ohne sich dafür verurteilen zu müssen.

Veränderung wird nicht als radikaler Akt beschrieben, sondern als Prozess des Bewusstwerdens und Umlernens. „The Mountain Is You” fühlt sich deshalb weniger wie ein klassisches Selbsthilfebuch an und mehr wie eine Einladung, die eigene innere Dynamik ernst zu nehme

Was ich an „The Mountain is You“ gut finde

Es ist ein ehrlicher Blick darauf, warum wir uns selbst ausbremsen und was wir praktisch dagegen tun können. Brianna Wiest zeigt verschiedene Muster, die uns davon abhalten, unseren Weg zu gehen. Sie beschränkt sich jedoch nicht auf die Erkenntnis, sondern liefert auch konkrete Ansätze und Lösungen.

Mit 241 Seiten ist „The Mountain Is You” deutlich umfangreicher und du solltest dir bewusst Zeit dafür nehmen. Das lohnt sich, denn das Buch wühlt dich hier und da innerlich auf, sodass du manchmal kurz Abstand brauchst, um den Faden wieder aufzunehmen

Das Buch ist nicht „schwer“ im Sinne von kompliziert, aber es ist kein Buch, das du nebenbei liest – eher eins, das du liest und durcharbeitest. Mir hat es geholfen, ein paar meiner eigenen Muster klarer zu identifizieren und gezielter daran zu arbeiten. 

Und das ist für mich der entscheidende Punkt: Es ist langfristige Arbeit, keine schnelle Lösung, mit der du deine Muster mal eben verschwinden lässt.

Wofür du das Buch von Wiest nutzen kannst

Wenn du dieses Buch liest, solltest du nicht nur ein paar schöne Sätze mitnehmen, sondern auch eine neue Art, dich selbst zu beobachten. „The Mountain Is You” hilft dir, deine wiederkehrenden Muster klarer zu erkennen und zu verstehen, warum du dir an bestimmten Stellen selbst im Weg stehst.

Dadurch kannst du bewusster entscheiden, wie du reagieren möchtest, statt auf Autopilot zu laufen. Mit etwas Zeit und Ehrlichkeit wird das Buch zu einem Spiegel, der dir zeigt, wo Veränderung wirklich ansetzt: nicht im „schnellen Lösen“, sondern im konsequenten Dranbleiben.

Und genau dazu ist dieses Buch eine Einladung: langfristig an dir zu arbeiten, ohne dich dafür kleinzumachen.

Fazit: Nicht entweder oder, sondern beides

Die beiden Bücher könnten nicht unterschiedlicher sein und genau deshalb habe ich sie parallel gelesen:

  • „The War of Art” arbeitet auf der Ebene von Disziplin, Haltung und täglichem Auftauchen sehr klar, fast schon kantig.
  • „The Mountain Is You” geht dagegen viel tiefer nach innen und fragt, warum wir uns so oft selbst ausbremsen.

Zusammen ergeben sie für mich ein stimmiges Bild. Das eine Buch hilft dabei, ins Tun zu kommen, das andere dabei, sich dabei nicht ständig selbst zu sabotieren.

Ich habe gemerkt, dass reine Umsetzung ohne innere Arbeit genauso kurz greift wie endloses Reflektieren ohne Handlung. Pressfield schiebt an, Wiest sortiert ein. Und genau diese Kombination hat mir geholfen, produktiver und ehrlicher mit mir selbst zu sein.