In der Folge spreche ich mit Birgit Gündisch darüber, wie du Nachhaltigkeit in deine Content Strategie integrierst.

In der neunten Folge der zweiten Staffel von „Content Strategy Rocks“ widme ich mich einem Thema, das in der Content-Welt noch immer zu wenig strategisch betrachtet wird: ökologische Nachhaltigkeit. Zu Gast war Birgit Gündisch, Content-Strategin mit klarem Fokus auf nachhaltige digitale Kommunikation.

Gemeinsam haben wir darüber gesprochen, warum digitales Arbeiten keineswegs immateriell ist. Jede Website, E-Mail und jedes Video verbraucht Ressourcen und verursacht Emissionen. Genau diese Zusammenhänge werden in vielen Content Strategien ausgeblendet. Birgit plädiert dafür, Nachhaltigkeit nicht als Moralthema, sondern als strategische Dimension zu verstehen. Besonders spannend fand ich ihren Ansatz, die Umwelt als zusätzlichen Stakeholder mitzudenken.

Das verändert die Art und Weise, wie wir Inhalte planen, produzieren und bewerten. In dieser Folge wird deutlich, dass bewusster Content kein Verzicht ist, sondern einen Qualitätsgewinn darstellt. Im Blogbeitrag teile ich die wichtigsten Gedanken und Erkenntnisse aus unserem Gespräch mit dir.

Birgit Gündisch

Birgit Gündisch

Birgit Gündisch ist Expertin für nutzerzentrierte Kommunikation. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Schnittstelle von (Online-)Marketing, Content-Strategie sowie Prozess- und Produktmanagement. Sie entwickelt Strategien und etabliert Prozesse und Guidelines, um Qualität und User Experience zu verbessern. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist Nachhaltigkeit.

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Nachhaltigkeit als strategische Dimension der Content Strategie

Im Content-Umfeld wird Nachhaltigkeit oft auf das Wiederverwenden von Inhalten reduziert. Birgit macht jedoch deutlich, dass ökologische Nachhaltigkeit viel früher ansetzt. Sie beginnt bereits bei der strategischen Planung und der Frage, welche Inhalte tatsächlich benötigt werden.

Digitale Inhalte haben immer auch eine physische Seite, da Daten gespeichert, übertragen und verarbeitet werden. Doch diese Tatsache wird im Arbeitsalltag häufig ignoriert. Birgit schlägt deshalb vor, die Umwelt als dritten Bezugsrahmen neben Business-Zielen und Nutzerbedürfnissen zu etablieren.

Damit bewegt sich Content-Strategie nicht mehr nur zwischen Marke und Zielgruppe. Jede Entscheidung wird zusätzlich auf ihre ökologische Wirkung hin reflektiert. Das führt zu bewussten Formaten und klaren Prioritäten. Nachhaltigkeit wird so kein Zusatz, sondern ein integraler Bestandteil der Strategie. Dieser Perspektivwechsel stärkt langfristig sowohl die Glaubwürdigkeit als auch die Qualität. Und Inhalte werden letztlich relevanter, denn sie entstehen nicht länger nur aus Gewohnheit.

Bewusste Formatwahl statt blindem Trend-Following

Ein zentraler Punkt unseres Gesprächs war der richtige Umgang mit digitalen Trends. Obwohl sie besonders ressourcenintensiv sind, gelten Videoformate aktuell als Standard. Birgit zeigt auf, dass Text in vielen Fällen die nachhaltigere und effektivere Wahl ist. 

Auch der Einsatz von KI sollte nicht unreflektiert erfolgen. KI-Anwendungen verbrauchen enorme Mengen an Energie, die im Alltag kaum sichtbar sind. Eine nachhaltige Content Strategie bedeutet deshalb, vor jeder Produktion kritisch zu prüfen, ob ein Format wirklich notwendig ist. Diese Haltung verändert nicht nur die Inhalte, sondern auch die Arbeitsweisen: Weniger Meetings mit Kamera, kleinere Anhänge und gezielte Verteiler schonen die Ressourcen. 

Gleichzeitig steigt die Effizienz im Team. Fokus ersetzt Dauerbeschallung. Qualität ersetzt Quantität. Nachhaltigkeit wirkt als Treiber für bessere Entscheidungen.

 

Website von Birgit Gündisch https://birgit-guendisch.de/

Website von Bitgit Gündisch. https://birgit-guendisch.de/

Nachhaltige Content-Prozesse im Unternehmensalltag verankern

Birgit betont, dass eine nachhaltige Content Strategie nur dann funktioniert, wenn sie in Prozesse übersetzt wird. Der erste Schritt ist immer Bewusstseinsarbeit im Team, denn nur wer die Zusammenhänge versteht, kann Verantwortung übernehmen. Im nächsten Schritt erfolgt eine Bestandsaufnahme der bestehenden Inhalte und Systeme.

Mithilfe von Content-Audits werden überflüssige Inhalte identifiziert. Oft liegen viele Daten ungenutzt auf Servern und verursachen trotzdem Emissionen. Klare Regeln hinsichtlich der Archivierung und Löschung schaffen Struktur. Wichtig ist, Nachhaltigkeit nicht als Sonderprojekt zu behandeln. Sie sollte Teil bestehender Arbeitsabläufe sein. Dafür müssen Zuständigkeiten klar definiert sein.

Kleine Routinen wie regelmäßige „Digital Cleanups” können große Wirkung zeigen. So wird Nachhaltigkeit langfristig zur Selbstverständlichkeit.

Fazit: Drei Tipps für nachhaltige Content-Strategien

Das Gespräch mit Birgit Gündisch macht deutlich, dass eine nachhaltige Content-Strategie vor allem eine Frage der Haltung ist. Wenn du Content strategisch denkst, helfen dir diese drei Impulse weiter:

  1. Setze Relevanz vor Reichweite und hinterfrage jede Veröffentlichung kritisch. Guter Journalismus reduziert Überflüssiges und schafft damit automatisch nachhaltigere Inhalte.
  2. Strukturiere Inhalte so, dass sie langlebig und gut auffindbar sind. Evergreen-Content spart Ressourcen und stärkt gleichzeitig deine inhaltliche Autorität.
  3. Etabliere Routinen für Reflexion und Aufräumen in deinem Content-Alltag. Nachhaltigkeit entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch kontinuierlich bewusste Entscheidungen.

Content Strategy Rocks: Worum geht’s im Podcast?

Mit meinem Podcast-Projekt “Content Strategy Rocks” unterhalte ich mich mit den unterschiedlichsten Content Strateg*innen im DACH-Raum. Das Ziel: Dir zeigen, warum Content-Strategie rockt und wie vielseitig es eigentlich ist. Derzeit läuft die zweite Staffel.

Die kleine Schwester des Content Marketing? Damit ist jetzt Schluss. Mit meinem Podcast-Projekt “Content Strategy Rocks” unterhalte ich mich mit den unterschiedlichsten Content Strateg*innen im DACH-Raum.