Einstieg in digitale Kommunikation: Praxisbeispiel LVQ

Nicht nur kleine und mittelständische Unternehmen starten im digitalen Bereich mit einer Kommunikationsstrategie durch. Auch Bildungsträger haben die Wichtigkeit digitaler Kommunikation verstanden. Die LVQ Weiterbildung gGmbH ist ein gutes Beispiel dafür, wie der Aufbau digitaler Kommunikationskanäle funktionieren kann.


Inhalt


Online PR Kampagnen finden nicht nach dem Schema F statt. Es braucht eine genaue Planung, um seine Kommunikationsziele erfolgreich umzusetzen. LVQ Weiterbildung gGmbH hatte einen guten Plan – und ist damit erfolgreich online aktiv.

 

Das Blog als Kommunikationszentrale: Der Weg der LVQ

Im Jahr 2013 ging das LVQ Blog an den Start. Bereits der Titel „Karriere und Weiterbildung“ verrät einiges über die Themenschwerpunkte des Blogs. Es geht um Themen wie Weiterbildung, Netzwerken, Strategien für Jobsuche und berufliche Positionierung. Das Blog war Teil des Relaunchs der LVQ Website. Ziel war es, Inhalte noch benutzerfreundlicher und übersichtlicher zu gestalten und damit – logischerweise – auch neue Kunden und Teilnehmer anzuziehen.

Aber warum das Ganze? Das Internet hat nicht nur die Kommunikationslandschaft in den letzten Jahren erheblich verändert. Auch Social Media mit seinen Möglichkeiten haben an Bedeutung gewonnen. Nicht zu vergessen Suchmaschinen wie Google, die Unternehmen sichtbar machen, wenn diese Inhalte mit Nutzen und hohem Informationsgehalt publizieren. Aus diesem Grund hat sich die LVG Weiterbildung gGmbH für den Relaunch ihrer Website und die Einführung eines Blogs entschieden.

Weitere Vorteile solch eines Blogs liegen klar auf der Hand:

  • Die LVQ Weiterbildung gGmbH kann sich als Experte für die Themen Karriere, Jobsuche und Weiterbildung positionieren.
  • Besser als klassisches Marketing funktioniert der Beziehungsaufbau zur Zielgruppe mithilfe unterschiedlicher Themen in relevanten Blogbeiträgen.
  • Die selbsterstellten Inhalte können auf der Plattform des Bildungsträgers veröffentlicht und dort gesammelt werden.
  • Die Zielgruppe der LVQ besteht zu einem nicht geringen Teil aus Geisteswissenschaftlern und Internet-Nutzern jenseits der 30. Auch wenn es nach Klischee klingt: Diese Menschen lesen lieber längere Texte statt dem allgegenwärtigen Videotrend zu folgen.

Betrachtet man diese Vorteile und Faktoren, lassen sich daraus wiederum die Ziele der  LVQ Weiterbildung gGmbH ableiten:

  • Die Website und das Blog dienen als Wissens- und Informationsplattform für Interessenten und die Zielgruppe.
  • Mithilfe der Website und dem regelmäßigen Veröffentlichen von Blog-Beiträgen kann der digitale Bekanntheitsgrad des Bildungsträgers erhöht werden.
  • Die Sichtbarkeit wird durch die Website und das Blog in den Suchmaschinen gesteigert.
  • Die Vernetzung zwischen dem Bildungsträgern, den Interessenten, Kunden und Partnern ist dadurch einfacher.

Martin Salwiczek erzählte in einem Interview mit Maike Leopold, wie die Bildungseinrichtung ihren digitalen Erfolg mit Google Analytics misst. Hierbei monitoren sie auch, welche Inhalte über welche Kanäle online und offline geteilt werden und wie sich die Kommentare zu den einzelnen Beiträgen entwickeln.

 

Im Jahr 2013 ging das LVQ Blog an den Start
Im Jahr 2013 ging das LVQ Blog an den Start. Bilderquelle: http://www.lvq.de/karriere-blog/

 

Relevante Themen im passenden Medium: Die Strategie

Als Autoren sind Martin Salwiczek und Lars Hahn im Blog aktiv. Um den Interessenten und potenziellen Kunden möglichst viel Abwechslung und unterschiedliche Perspektiven zu bieten, kommen zudem auch regelmäßig Teilnehmer, Dozenten, Mitarbeiter und Partner der LVQ zu Wort.

Zum Relaunch der Website und der Einführung des Blogs wurde die digitale Kommunikation mit Interessenten und potenziellen Kunden auf relevanten Social-Media-Kanälen wie Xing, Facebook, Twitter und weiter verbessert. Interessenten und Kunden wurden somit zur aktiven Beteiligung am digitalen Dialog aufgefordert.

 

Kommunikation in Eigenregie: Die Kompetenz sitzt inhouse

Laut Martin Salwiczek hat die LVQ Weiterbildung gGmbH sowohl Kommunikationsstrategie als auch Content selbst in der Hand. Eine sinnvolle Entscheidung, vor allem deshalb, weil das notwendige Know-How zu bestimmten Themenschwerpunkten bereits im Unternehmen verankert ist.

Damit wirken die erstellten potenziell Inhalte authentischer und glaubwürdiger als die Inhalte, die eine Agentur produziert hätte. So schnell werden dem Bildungsträger die Ideen nicht ausgehen, da es immer wieder neue Geschichten seitens der Weiterbildungsteilnehmer gibt.

In der Startphase nahm der Bildungsträger für Strategie und Technik Hilfe von außen in Anspruch. Doch mittlerweile betreut die LVQ alle Aspekte des Blogs selbst und ein interner IT-Spezialist kümmert sich um die technischen Aspekte.

 

Interview mit Geschäftsführer Lars Hahn: Die Praxis

Was war der Auslöser für die LVQ, um mit der digitalen Kommunikation zu beginnen?

Wir haben schnell erkannt, dass wir uns als kleines Unternehmen im Web durch Blog und Co. sichtbar machen können, unsere Expertise durch Fachbeiträge zeigen können und uns mit wichtigen Partnern vernetzen können. Der Schwerpunkt unserer digitalen Kommunikation liegt auch heute noch in Marketing und Vernetzung.

Welches Instrument wurde als erstes genutzt, um mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten und warum?

Wir haben tatsächlich bereits vor 15 Jahren mit einem Newsletter begonnen, den wir an Kunden versenden. Auch dort haben wir bereits nützlichen Content geboten. Unser Blog haben wir vor fünf Jahren eingerichtet, seit mehr als zehn Jahren nutzen wir die Businessnetzwerke Xing und Linkedin für die digitale Vernetzung. Facebook ebenfalls mehr und mehr, insbesondere in der Interaktion mit unseren online-affinen Teilnehmern aus Kursen wie dem Social Media Manager IHK.

Wie werden klassische Maßnahmen mit digitalen Maßnahmen bei der LVQ verknüpft – da denke ich an Messeauftritte -? Gibt es dazu einen Erfahrungswert, den die LVQ teilen möchte.

Digitale Kommunikation ist in der Tat nur ein Bestandteil unseres Marketing-Mixes. Wir pflegen die persönlichen Kontakte zu Kunden über persönliche Ansprache, Offline-Netzwerke und Messen. Auf den Fach- und Karrieremessen und bei Kunden vor Ort halten wir Vorträge über Themen, die wir auch digital besetzt haben. Das Spannende: Durch Offline-Aktivitäten gewinnen wir online hinzu und umgekehrt.

Wird sich die digitale Kommunikation/Marketing im Bildungsbereich weiter verändern? Werden Aspekte wie VR eine Rolle spielen?

Die Kommunikation wird sich gewiss verändern. Die Nutzung von mobilen Geräten und von Video-Konferenzmöglichkeiten verstärken wir gerade selbst. Wir sind ja bewusst ein Anbieter von traditionellen Präsenzseminaren. Deshalb werden wir VR kurzfristig eher nicht einsetzen.

Aber was die Kollegen im Fernstudienbereich damit anstellen: Darauf bin ich gespannt.

 

Seriöse Online PR funktioniert auch ohne Clickbait

Das Beispiel der LVQ zeigt für mich vor allem drei Dinge:

  1. Auch KMU aus eher konservativen Branchen und mit Themen, zu denen es online schon alles zu geben scheint, können mit guter Online PR sichtbar und erfolgreich sein.
  2. Die meisten Themen entstehen direkt im Unternehmen und resultieren aus dem Alltag. Kundenerfahrungen, Antworten auf häufig gestellte Fragen, nützliche Tipps – all das haben auch andere KMU zu bieten. Gut aufbereitet wirken diese Inhalte online spürbar.
  3. Gute Online PR muss nicht laut oder marktschreierisch sein. Auch eine seriöse, kontinuierliche und gute Kommunikation kann zu Sichtbarkeit führen. Würde die LVQ beispielsweise auf Clickbait setzen oder ihre Themen bewusst reißerisch kommunizieren, würde sie dadurch meiner Meinung nach eher potenzielle Kunden abschrecken.

Meine Bitte: Lassen Sie sich nicht davon abschrecken, dass andere in Ihrer Branchen schon länger online sind oder das es zu Ihren Themen bereits viele Inhalte online gibt. Mit einer klar strukturierten Strategie, guter inhaltlicher Qualität, Themen zu den Bedürfnissen Ihrer Kunden und Ausdauer können Sie sichtbar werden und neue Kunden erreichen.

Gute Online PR braucht klare Ziele und die Bereitschaft, die Kommunikation ernst zu nehmen. Wenn Sie beides mitbringen: Starten Sie. Ich unterstütze Sie gerne.

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